Die richtige Wahl

Das Reiseziel steht fest, aber die Garage ist leer. Was nun?

Muss es das eigene Motorrad sein?

Zu Beginn der Motorradauswahl steht zu allererst die Frage, ob es denn überhaupt ein eigenes Motorrad sein muss. Bei Reisen rund um den Globus auf einem eigenen Fahrzeug gibt es einige Hürden zu überwinden. Viele Länder, die nun mal auf dem Weg liegen, sind entweder unsicher, verweigern mittlerweile die Einreise mit eigenen Fahrzeugen (u.a. Thailand) oder verbinden diese mit erheblichen Kosten (u.a. China).Einige Länder verlangen bei Einfuhr des Fahrzeugs einen Carnet de Passage (u.a. Iran, Japan). Der Carnet ist sozusagen ein Reisepass für das Motorrad, und versichert dem Gastgeberland die Entrichtung möglicher Zollgebühren, wenn das Motorrad nicht wieder ausgeführt wird. Dafür muss je nach Wert des Motorrads wiederum eine gewisse Summe Geld hinterlegt werden. Zudem kommen bei Reisen über mehrere Kontinente erhebliche Verschiffungskosten hinzu.Und während der individuelle Wert des eigenen Motorrads über den Zeitraum einer solchen Reise ins Unermessliche wachsen kann, wird der Wiederverkaufswert sich eher in die entgegengesetzte Richtung bewegen. Deshalb kann es durchausSinn machen, sich  je nach Reiseziel ein lokal verfügbares Motorrad zu kaufen oder vor Ort zu mieten. Da die Route zum Baikalsee jedoch nur Überland führt, haben wir uns nicht lange mit diesem Gedanken beschäftigt und beschlossen, diese Reise auf dem eigenen Motorrad anzutreten.

Welches ist das perfekte Reisemotorrad?

Und dann steht da noch die Frage nach dem passenden Modell im Raum. Grundsätzlich gilt: Die Weltumrundung ist mit jedem Motorrad möglich. Von der Honda Cub  über die Yamaha R1 bis hin zur GS 1200 Adventure ist jede erdenkliche Art von Motorrad bereits einmal um den Globus gefahren. Daher ist der erste und wichtigste Punkt: Es muss dir Spass machen, dieses Motorrad zu fahren. Je nach Reiseziel und Reisestil können aber noch andere Faktoren entscheiden sein. Welches Motorrad es letztendlich wird ist immer eine persönliche Entscheidung aufgrund der eigenen Wünsche und Bedürfnisse, das ultimative Weltreisemotorrad für jedermann exisitiert nunmal einfach nicht.

Reiseziel:

Das Reiseziel entscheidet, je nach Verfgbarkeit von Benzin, maßgeblich über die erforderliche Reichweite des Motorrads. Auch die Lieferbarkeit entsprechender Ersatz- und vor allem Verschleißteile sollte vorab geprüft werden. Nicht alle im Heimatland gängigen Reifengrößen und Kettenbreiten sind in allen Ländern erhältlich. Die  angestrebten Distanzen sollten auch bei der Betrachtung der einzuhaltenden Wartungsintervalle beachtet werden.

Zu zweit oder alleine:

Ich persönlich würde nie ein lange Reise zu zweit auf einem Motorrad antreten. Aber sollte das der Plan sein, dann sollte die Wahl eher  auf eine größere Enduro ab 700ccm aufwärts fallen, es sei denn man ist masochistisch veranlagt. Der Rahmen sollte außerdem darauf ausgelegt sein, zwei Personen plus Gepäck auch über holprige Straßen zu tragen, ohne nach einigen Wochen Ermüdungserscheinungen zu erliegen. Alu-Rahmen lassen sich unterwegs außerdem oft nur schwierig schweißen.

Offroad Anteil:

Bei Reisen mit hohem Anteil an Pisten und Trails ist das Gewicht der ausschlaggebende Faktor. SPätestens nach dem ersten Sturz, beim Versuch das Motorrad wieder in seine artgerechte Position mit der bereiften Seite nach unten zu befördern, fällt dem Reisenden dies siedend heiß ein. Vor allem allein Reisende sollten also ein Motorrad 650ccm abwärts wählen, welches sie alleine wieder aufheben können, idealerweise ohne vorher immer das ganze Gepäck abschnallen zu müssen. Für hohen Offraodanteil sollten außerdem auf lange Federwege mit gutem Fahrwerk und eine große Bodenfreiheit geachtet werden

Komplexität:

Moderne Motorräder wie die GS sind um einiges komplexer als die Einzylinder-Enduros aus den 90ern es sind. Die neuen Technologien vor allem in Reise-Enduros sind in der Regel nicht fehleranfällig und halten sehr lange. Sollte es aber dennoch zu einem Ausfall kommen, kann ein Weiterkommen ohne kritische Ersatzteile unmöglich werden, und eine BEschaffung ohne Wochenlange Wartezeiten nicht zu realsisieren. Einfachere Komponenten können dagegen selbst oder von MEchanikern vor Ort repariert werden. Beispiele sind Einspritzer vs. Vergaser, Wasser vs. Luftkühlung, Alu vs. Stahlrahmen oder ein modernes Steuergerät vs. einfache CDI sein.

Suzuki DR 650 SE

Ich habe mich für die Suzuki DR 650 SE (gebaut ab 1996) entschieden. Neben allen oben genannten Faktoren kommt bei der Auswahl natürlich auch das persönliche Budget zum tragen, denn: Je kostengünstiger der fahrbare Untergrund, desto mehr Geld bleibt für die Reise selbst über.

Und wenn das Budget unbegrenzt wäre?

Denn natürlich gibt es sie doch, die eine perfekte Reisemaschine für das große Abenteuer. Meiner Meinung nach zumindest. Eine KTM 690 Rally Factory Replica, umgebaut für Reisen über große Distanzen,  wie das von Lyndon Poskitt für sein Projekt Races To Places entwickelte Basil Bike, kommt dieser Idealvorstellung am nächsten. Gibt es allerdings so nicht zu kaufen und muss also selbst aufgebaut werden (aufwändig und teuer) oder aufgebaut werden lassen (noch viel teurer).

Von den Serienmotorrädern ist wohl die BMW XChallenge die beste Basis. Allerdings sind auch hier bis zur Reisefähigkeit einige Umbauten durchzuführen, welche ein ordentliches Budget voraussetzen.

1 Kommentar

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