Camping & Kochen

Im Freien zu schlafen macht nicht nur den großen Reiz einer Fernreise mit dem Motorrad aus, sondern bei Übernachtung und Ernährung lässt sich auf einer langen Reise auch das meiste Geld sparen. Die Campingausrüstung ist ein heiß diskutiertes Thema, begleitet von der Diskussion, wer am schlechtesten auf dem minimalistischsten Equipment geschlafen hat. Damit abr die Nächte unter freiem Himmel nicht unangenehm werden und nach zwei Tagen die Flucht ins Hotel angetreten wird, sollte auf die Auswahl der richtigen Schlafausrüstung ein besonderes Augenmerk gelegt werden. Das gleiche gilt für die Ernährung, es gibt (hoffentlich) auch eine goldene Mitte zwischen 5 Monaten YumYum-Suppe und dem täglichen Restaurant-Besuch, das passende Koch- und Campinggeschirr vorausgesetzt.


Zelt & Zubehör – MSR Elixir 2

Bei der Zeltauswahl  ist der erste ausschlaggebender Punkt  die Personenzahl. Generell sollte dabei immer eine Größe größer gewählt werden, um auch Platz für Ausrüstung im Zelt zu haben. Deshalb ist es das Elixir 2 geworden, ein zwei Personen Zelt mit den Innenmaßen 1,20m x 2m. Es ist in einer rot-weißen und einer grünen Variante verfügbar. Für wildes Campen sind generell gedeckte Farben wie dunkles grün oder grau zu empfehlen, um im Freien nicht aufzufallen. Das Innenzelt ist dagegen in weiß gehalten, sodass  es im Innenraum auch an bewölkten Tagen nicht zu düster wirkt. Das Zelt ist frei stehend, sodass es auch auf steinigem Grund aufgebaut werden kann, an welchem das Abspannen mit Heringen nicht möglich ist. Die Bodenplane, um den eigentlichen Zeltboden zu schützen, ist im Lieferumfang bereits enthalten. Zwei Apsiden & Eingänge – Außenzelt und Innenzelt separat aufstellbar – Innenzelt eig zuerst (Regen) – im dunkeln leuchtende reißverschluss-züge – taschen an den kopfenden und in der ecke – viel mesh aber kleine belüftungsöffnunfen – avriabel aufbaubar – 3 jahreszeiten 2700g – 1500/3000mm wassersäule, bis jetzt auch bei heftigerem regen trpcken geblieben – 56x17cm, kompakter wenn zelt und stangen einzeln verpackt, da stangen länger. einfacher aufbau durch farbcodierte stangen, schlaufen und clips, querstange hohe sitzhöhe, aufrecht sitzen möglich

Packgewicht: 2,77 kg | Packmaß: 51×17 cm

Wem das Elixir zu schwer ist, der kann auch zum MSR Hubba Hubba NX greifen, welches bei ähnlichen Maßen und Funktionen ca.1kg weniger auf de Waage bringt. Der Preis für die Gewichtsersparnis sind allerdings 150€ und eine fehlende Bodenplane, und deswegen meiner Meinung nach für eine Motorradreise das Geld nicht wert. Und wer auf dem Campingplatz seinen Reichtum zur Schau stellen möchte, greift sowieso zur Hilleberg Variante.


Schlafsack – Mountain Hardwear Lamina Z Flame

Die große Frage bei der Wahl des Schlafsack ist Kunstfaser oder Daune, und kann wie auch die Frage nach Alu- oder Stofftaschen für hitzige Diskussionen sorgen. Ich habe mich für Kunstfaser entschieden, da sie unempfindlicher gegen Feuchtigkeit, pflegeleichter und schlicht und einfach günstiger sind. Baumwolle kann dagegen bei Isolationsleistung und Packmaß punkten. Wichtig bei der Auswahl des Schlafsacks ist der Temperaturbereich, dieser wird immer in drei Schritten angegeben. Komfort-Temperatur, Grenz-Temperatur und Extrem-Temperatur. Diese sind in der Abbildung kurz erläutert. Die Isolierung des Lamina ist im Schlafsack verklebt, dadurch gibt es keine Nähte, welche zu Wärmebrücken werden. Der Schlafsack verfügt zudem über eine Fußbox und eine Kapuze, allerdings keinen Kragen. Die eng geschnittene Form sorgt für weniger Luft im Schlafsack, welche mit erwärmt werden muss. Wer sich im Schlaf aber viel bewegt, sollte vielleicht einen Schlafsack in Deckenform wählen. Mitgeliefert wird ein Packsack und ein Aufbewahrungsbeutel, damit der Schlafsack während der Lagerung nicht komprimiert wird. Der Sack wiegt 1220g bei einem Packmaß von 39x18cm. Bei einstelligen Temperaturen habe ich damit noch nicht gefroren, bei Minusgraden habe ich ihn noch nicht verwendet. Einzig negativ aufgefallen ist bis jetzt der 2-Wege-Reißverschluss, dieser ist etwas fummelig und verhakt sich gerne im Stoff des Schlafsacks.


Schlafsack Inlet – Sea To Summit Silk Mummy

Häufig wird zusätzlich zum eigentlichen Schlafsack auch ein Inlet verwendet. Zum einen, um bei Bedarf ein paar mehr Grad an Wärmeisolation herauszuholen, zum anderen um den Schlafsack zu schonen und sauberer zu halten. Das Inlet kann häufig gewaschen werden, um den Effekt frischer Bettwäsche zu erhalten ohne den ganzen Schlafsack zu reinigen, welche darunter immer ein bisschen leiden. Da ich davon ausgehe, dass Matratze und Schlafsack ausreichend warm sind habe ich mich für ein Inlet aus Seide entschieden. Dieses bringt zwar kaum einen Wärmegewinn, ist dafür angenehm auf der Haut, extrem leicht und kompakt und nimmt nimmt bei häufiger Nutzung am wenigsten Gerüche an. Dieses spezielle Inlet hat zudem Stretch Einsätze in den Seiten, um es für Bewegungen im Schlafsack flexibler zu machen. Passend zu Schlafsack sollte es in Mumien oder Rechteck-Form gewählt werden.


Schlafmatte – Exped Synmat 7 LW

Reine ISO-Matten oder selbstaufblasende Luftmatratzen waren bei der Suche nach einer Schlaf-Unterlage von vornherein ausgeschlossen. Sie sind einfach zu sperrig und nicht bequem genug. Die Lektion habe ich auf einer Tour mit einer zusammengerollten Unterlage einer Gartenliege gelernt. Häufig wird außerdem auch unterschätzt, wie wichtig die Matratze bei niedrigen Temperaturen ist. Denn die Isolierung des Schlafsacks verliert auf der Unterseite, zusammengedrückt durch das eigene Körpergewicht, nahezu ihre ganze Isolationswirkung. Deshalb habe ich mich für eine Matratze mit integrierter Isolierung entschieden, in diesem Fall die Exped Synmat 7. Die Isolierung besteht aus Kunstfaser, die Matratze ist aufgepustet 7cm dick. Das Aufpusten selbst sollte nicht mit dem Mund passieren, um keine Feuchtigkeit in die Matratze zu bekommen. Dafür hat die Exped eine integrierte Handpumpe, sie kann aber auch mit einem separat erhältlichen Drybag aufgepumpt werden. Damit auch meine Füße etwas von der Matratze haben nutze ich die LW Version, welche 197cm lang ist. Die Isolation von Matratzen gibt man im R-Wert an  (R-Value, Wärmedurchgangswiderstand). Je höher der R-Wert liegt, umso besser isoliert die entsprechende Schlafunterlage. Die Exped hat einen R-Wert von 4.9, sie soll somit bei Temperaturen bis -17°C noch warm halten und ist somit auch wintertauglich. Wer es noch wärmer braucht kann auch zu Expeds Downmat oder ähnlichen Produkten greifen, in welchen die Isolierung aus Daune statt Kunstfaser besteht. Das Packmaß ist mit 15x27cm angenehm klein, das Gewicht mit 1100g akzeptabel. Da es beim Motorradreisen nicht auf dem Rücken getragen wird, spielt das Packmaß immer eine höhere Rolle. Neben dem Packsack wird auch ein kleines Reparaturkit mitgeliefert, um kleine Löcher unterwegs flicken zu können. Um das zu vermeiden nutze ich die Matratze mit dem im Zubehör verfügbaren Cover, welches die Matratze vor Feuchtigkeit und durchgescheuerten Stellen schützt. Es lässt sich zudem besser waschen als die ganze Matratze. Die Matratze hat sich auf bisherigen Touren hervorragend geschlagen und muss sich nun auf der langen Reise beweisen.